Johann Kravogl – Südtiroler Techniker und Erfinder
Johann Kravogl wurde am 24-05-1823 in Lana im Ansitz Rosengarten geboren und lernte
ab 1839 bei seinem Onkel in Imst das Schlosserhandwerk.
Elektromotor, Schnellfeuergewehr und Präzisionswaage
Einige kennen ihn vielleicht als Erfinder des Elektromotors und dies ist zweifelsohne seine wichtigste Erfindung. Doch der Tiroler Mechaniker war ein Multitalent und erfand neben dem "elektrischen Kraftrad" auch noch eine Pressluft-Lokomotive (1844), eine Quecksilber-Luftpumpe (1861), ein Schnellfeuergewehr und eine Präzisionswaage.
Obwohl der Elektromotor eine der wichtigsten Erfindungen für das 20. Jahrhundert und für unsere moderne Zeit ist, konnte Kravogl damals sein Talent nicht zu Geld machen. Trotz der internationalen Anerkennung, die ihm bei der Weltausstellung 1867 in Paris zu Teil wurde, starb er als verarmter Mechaniker am 01. Januar 1889 in Brixen.
In Lana ist sogar eine Straße nach ihm benannt…
85. Nationales Alpini Treffen in Bozen
Von 11. bis 13. Mai 2012 findet in Bozen das nationale Treffen der Alpini statt, bei dem junge und ältere, ehemalige und aktive Gebirgsjäger aus ganz Italien zusammenkommen werden. Nach mehr als 60 Jahren kehrt diese Veranstaltung nach Bozen zurück und stellt die Organisatoren aufgrund des erwarteten Besucherandrangs von bis zu 400.000 Personen vor einige
Herausforderungen.
Auf dem Programm steht unter anderem ein Umzug vom Matteotti-Platz Richtung Romstraße, Hadriansplatz und Corso Italia. Am Gerichtsplatz zwischen Gerichts- und Finanzpalast wird die Loge für die Würdenträger errichtet. Weitere Station sind der Mazzini-Platz, Freiheitsstraße, Talferbrücke, Sparkassenstraße, Dominikanerplatz und schließlich der Waltherplatz, wo die Teilnehmer mit Musik und gastronomischen Ständen erwartet werden.
Tradition des Alpini-Treffens
Das nationale Alpini-Treffen findet 2012 bereits zum 85. Mal statt. Die erste – damals spontane – Zusammenkunft der italienischen Gebirgsjäger Zusammenkunft gab es am Monte Ortigara im Veneto. Seither macht das Event jedes Jahr in einer anderen italienischen Stadt Halt, die im Vorfeld vom Nationalrat der "Associazione Nazionale Alpini" ausgewählt wird – in den letzten beiden Jahren zum Beispiel Turin und Bergamo.
Nach 1949 ist es das zweite Mal, dass die Alpini in der Südtiroler Landeshauptstadt zusammenkommen. In der Region waren auch lange Zeit zwei der insgesamt fünf Alpini-Regimente stationiert, die "Orobica" und die "Brigata Tridentina" und bis heute finden sich Kasernen in mehreren Städten und größeren Ortschaften.
Für diesen Anlass hat der Nationale Verband der Alpini – Sektion Bozen ein ganz spezielles Programm aufgestellt, das bereits am 18. April beginnt und verschiedene Veranstaltungen geplant hat: Kunstausstellungen, kulturelle Initiativen, Degustationen, Informationsstellen sowie Chöre und Fanfaren in den Kirchen und auf den Plätzen der Stadt.
Einverstanden mit diesem „Fest“ ist nicht wirklich jeder Südtiroler. Denn wohlgemerkt wird das Alpini Treffen in einem Land veranstaltet, das gegen seinen Willen diesem fremden Staat angehört und dessen Mehrheitsbevölkerung nicht italienisch ist (so einige Kritiker).
Wir lassen uns überraschen, wie diese ganze Veranstaltung über die Bühne geht…
Federkielstickerei in Südtirol – eine besondere Kunst
Die Federkielstickerei ist ein mehreres Jahrhunderte altes Kunsthandwerk, dessen Name vom verwendeten Stickmaterial, den Federkielen abstammt, erfordert sehr viel Geschick und Geduld, um die auf Leder gezeichneten Ornamente fein säuberlich mit der Aale Stich für Stich zu sticken. Damals verwendeten die Federkielsticker zum Sticken Pergamentleder, welches gefärbt und mit einem Messer zu beliebigen Streifen geschnitten wurde. Erst im 19. Jahrhundert begann man mit Federkielen zu sticken.
Natürlich hat sich das Berufsbild des Federkielstickers heute im Vergleich zu früher ziemlich verändert. Waren es damals vor allem Trachtenzubehör wie z.B: Trachtengurten, Ranzen oder auch Glockenriemen, so sind es heute Stickereien auf Handtaschen, Geldtaschen, Herren- und Damengürtel, sowie
Fotoalben und vieles mehr. Man ist aber weiterhin bemüht die alte Tradition der Vorfahren zu pflegen, indem man auch noch in der heutigen modernen Zeit auf alte Stickmotive zurückgreift. So wird dieses wertvolle Kulturgut sicherlich auch unseren Nachfolgern erhalten bleiben.
War das Federkielsticken früher hauptsächlich nur ein Nebenerwerb für Bauern und Sattler, so ist es heute jedoch ein anerkannter Beruf mit fünfjähriger Lehrzeit, dessen Kern auch heute noch im Sarntal ist. Seit kurzem wird das Sarner Handwerk unter dem Namen “Sarner G’schick” im Rahmen des “Leader+”-Projektes”sogar gefördert. Die Initiative ging von der Europ. Kommission aus und dient der Entwicklung des ländlichen Raums. Wir finden: eine super Idee!
Die “blaue Schürze”
… ist fixer Bestandteil der Arbeitsgarderobe in Südtirol. Den Besuchern Südtirols fällt sofort auf, dass die Bauern und Handwerker an Wochentagen eine blaue Schürze tragen. Ohne den blauen Schurz, der bis zu den Knien getragen wird, fühlen sie sich nur halb angezogen.
Die blaue Schürze ist ein Abzeichen der männlichen Südtiroler Arbeitswelt geworden, ist sehr praktisch und findet mancherlei Verwendung. Oft ist sie mit gestickten Blumen oder einem humorvollen Spruch verziert, wie etwa “Lustig und ledig”, “Im Wein liegt die Wahrheit” oder “Bauer mit Herz” – erhältlich fast auf jedem Wochenmarkt und Souvenirshop.
Die originale Südtiroler Bauernschürze war ursprünglich aus Leinen und in weiß gefertigt, gegen Ende des 19. Jhr. wurde das Leinen von der Baumwolle abgelöst. Es gehörte zur Südtiroler Tradition die Bauernschürze am Sonntag nach dem Gottesdienst oder auf Märkten zu tragen, um das Standesbewusstsein auszudrücken. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde die Tiroler Schürze durch die Blaue Schürze ersetzt. Bevor man in den 60erJahren begann, die Schürzen industriell zu fertigen, wurden diese von den Frauen auf den Höfen von Hand genäht.
Die originiale Burggräfler Männerschürze, im Dialekt auch “Firtig” oder “Fürtig” genannt, besteht aus zwei Stücken, einem “Brüstl” (Brustlatz) und dem rechteckigen Unterteil und bedeutet soviel wie “Vortuch”. Sie ist die Tracht der Männer zwisch fünf und fünfundneunzig.
Und noch etwas zum Schluss: wussten Sie, dass ein aufgedrehter, blauer Schurz “Feierabend” bedeutet? Nach getaner Arbeit wird die rechte Ecke vom Schurz zum Rücken gezogen und dort in die Schurzbänder eingedreht, während die linke Ecke vorne nach unten schaut.
Ob Nutzen oder einfach Gewohnheit: der blaue Schurz passt in Südtirol wie das Amen nach dem Gebet!

